Entstehung und Geschichte des La. Thunder MC
Die Wurzeln
Sucht man nach den Wurzeln des Clubs, muß man bis in die Mitte der 80‘er
Jahre zurück gehen. Damals erlebte ein jetzt zum Kult gewordenes Motorrad,
die legendäre AWO, eine exotische Renaicance. Sie wurde von jungen Leuten
als Basisbike für einen echten Chopper entdeckt. Alle anderen gängigen Marken
in der damaligen DDR eigneten sich nur bedingt dazu. Der Doppelschleifenrahmen
der AWO und ihr relativ bulliges Aussehen predistinierte die AWO für Umbauten.
Und weil die AWO gegenüber anderen Modellen relativ selten war, fanden sich
die Schrauber bald zusammen. Ein Teil dieser Leute zählt heute zum Stamm des
La. Thunder. Damals trat man teilweise mit mehr als 20 AWO‘s als AWO-Clique
Hoyerswerda auf. Der Zusammenhalt und das Vorbild anderer Clubs animierte
die Gang zu einer MC-Gründung, die noch zu DDR-Zeiten stattfand. Das Outfit
glich den damaligen Rockern in Ost und West. Besuche auf AWO-Treffen, die
meist von schon bestehenden Clubs ausgerichtet wurden, gaben Vorbilder und
Ideen.
Die politische Wende 1989 in der DDR veranlaßte einen großen Teil der damaligen
Mitglieder zum Gang in den Westen Deutschlands und so kam es nicht zum Wachsen
eines echten Clubs. Doch die Hiergebliebenen wollten sich mit dieser Situation
nicht zufrieden geben. Mittlerweile hatte sich auch eine neue Generation von
AWO-Entusiasten zusammengefunden, die nicht selten veräußerte Bikes abgewanderter
Altmember gekauft hatten. Zufällig entdeckten sich beide Gruppen im Frühjahr
1991 auf einem Harley-Event bei Berlin und fanden im Spätsommer des gleichen
Jahres auf einem Treffen im sächsischen Arnsdorf näher zueinander. Dort wurde
der Entschluß gefaßt, einen MC nach Vorbild bekannter Clubs zu gründen. Alle
benachbarten Clubs wurden gefragt und man bekam prompte Zustimmung, da die
Brothers aus Hoyerswerda bekannt waren.
Die Gründung
Der 13.10.1991 ist das offizielle Gründungsdatum des La. Thunder MC. Der Name
mußte jedoch erst gefunden werden. Über Hells Bells MC und Thunderbells MC,
auf beide Namen kamen Einsprüche aus Bayern, fand man zum Namen „La. Thunder“,
wobei das La. als Abkürzung für Lausitz stehen soll.
Die Gründung erfolgte mit ca. 25 Membern. Bald wuchs der Club auf über 30 Leute an. Der sehr fähige und engagierte damalige Vorstand, von dem übrigens der größte Teil noch aktiv ist, ging sofort mit einer anständigen Satzung und Clubausrichtung auf das Ziel zu, einen echten und beständigen MC zu schaffen. Zu den wichtigsten Regelungen gehörten Prospectzeit von mindestens einer Saison und das Abfordern von Engagement und Teilnahme an Clubveranstaltungen. Der Besitz eines zugelassenen Bikes und eine gültige Fahrerlaubnis waren eine der wichtigsten Aufnahmebedingungen, wobei man sich auf die Marken AWO und Harley Davidson® einschränkte. Ausnahmen wurden zugelassen, da beim MC der Mensch und nicht sein Bike im Mittelpunkt steht.
Der Anfang
Das Chapter
Da der La. Thunder MC der einzige MC zu dieser Zeit war, der Zwischen den
Räumen Dresden und Berlin residierte, kam ein gewisser Zulauf aus Cottbus.
So lag es nahe, ein Chapter zu gründen. Das Chapter Cottbus existierte vom
Februar 1993 bis zum Herbst 1996. Es zerfiel aufgrund fehlenden inneren Zusammenhaltes
und der Spaltung einiger Member, die einen unabhängigen Club gründen wollten.
Nach 2 Jahren Distance hat der MC heute ein freundschaftliches Verhältnis
zu allen Ex-Membern in Cottbus. Aufgrund dieser Erfahrungen wurde trotz Anträge
kein weiteres Chapter gegründet.
Die Partys
Seit 1992 führt der Club regelmäßig, mit Ausnahme 1997, seine Partys durch, die da Winterparty , Osternachparty und die Sommerparty wären. Legendär sind für viele Biker aus der Lausitz, aus ganz Deutschland und aus Holland die Partys am Bröthener See. Diese fanden von 1992 bis 1996 jedes Jahr statt. Zu den 10 , 15 und 20 jährigen Jubiläen in den Jahren 2001 , 2006 und 2011 wurden die Partys am See neu aufgelegt und mit über 1000 Besuchern volle Erfolge. Hier wurde an drei Tagen richtig gefeiert. Alle anderen Partys führt der MC auf dem Clubgelände in der Industriestraße E durch. Hier finden die Winterparty, Osterparty , Sommerparty, Rockkonzerte und andere Feierlichkeiten statt.
Die Clubhäuser
Gründungsort und erste Clubkneipe war die Gaststätte „Zur Erholung“ in
Hoyerswerda, wo man sich vor und nach der Gründung regelmäßig traf. Die
Idee eines eigenen Clubhauses war jedoch so stark, daß man schon im Frühjahr
1992 mit dem Bau eines Clubhauses in Form eines Blockhauses auf dem Privatgelände
eines Members begann. Zur Sommerparty 1992 wurden dem Club jedoch Räume in der Dorfkneipe zu
Bröthen angeboten, unzwar kostenfrei. Und da die Wirte in Bröthen wesentlich
angenehmere Zeitgenossen waren als der Chef der Erholung, zog man kurzer
Hand um. Die Räumlichkeiten waren ausreichend und mit der Kneipe bestens
ausgestattet, so daß der Bau am Blockhaus erst einmal ruhte. Das änderte
sich im Frühjahr 1993, als die Wirtsleute in Bröthen pleite gingen. Da wurde
das Blockhaus relativ schnell beendet. Doch als ständiger Treff war dieses
ungeeignet, weil zu klein. Und so traf man sich im Gartenlokal Geißler.
Für die gehobeneren Ansprüche war man seit dem Verlassen Bröthens auf der
Suche nach einem geeigneten Objekt und wurde im Dezember 1993 durch glückliche
Umstände in der Industriestraße E in Hoyerswerda fündig. Ein großes Gelände,
auf dem ein Werkstattgebäude mit Garage und Materiallager sowie eine Wohnbarracke
stand, diente fortan als Treffpunkt und Partyhöhle vieler Biker aus Hoyerswerda
und Umgebung. Die Werkstatt wurde motorradgerecht und das Lager zu einem
Partysaal mit Bar ausgebaut. Kleinere Partys und das Clubleben spielten
sich in der Wohnbarracke ab, welche nach und nach passend gestaltet wurde.
Aber auch dieses Gelände sollte aus verschiedenen Gründen nicht in den Eigentum
des MC’s übergehen, so daß der Club von Anfang an weiter suchte. Als Ansprüche
auf das Gelände 1997 akkut wurden, fruchtete die dann intensiver durchgeführte
Suche mit einem Objekt in der Nähe des alten Clubs in der Industriestraße
E. Direkt neben dem Parkplatz des Kaufland wurde von März 1997 bis März
1998 ein massives Gebäude zu einem alltags- und partytauglichen Club mit
angrenzendem Gelände und Außenanlagen ausgebaut. Das Eigentum an Grund und
Immobilie wurde sich sofort gesichert und so residiert der MC seit dieser
Zeit hier. Und dieses Haus hat schon ähnlich geile Partys wie das alte erlebt.
Seit 1991 sind einige Member ausgeschieden, wobei es sich zum
einen um die Trennung der Spreu vom Weizen gleich 1992 und zum Anderen meist
um das Ausscheiden von Prospekts und Kurzzeitmembern handelte. Der harte Kern
und wertvolle Neuzugänge sind geblieben, so daß der Club heute sehr stabil
ist. Der Zusammenhalt ist fest. Hausbau und Familie werden von den Membern
gemeinsam bewältigt, genauso wie die regelmäßigen Clubhauspartys, die Sommerparty,
Aus- und Urlaubsfahrten oder die nach wie vor exzessiven Feiern des Clubs
und seiner Freunde. Heute fahren alle ein Bike der Marke Harley Davidson®.
Seine AWO hat dennoch kaum einer verkauft und japanische oder italienische
Bikes „zum auf Arbeit fahren“ sind ebenfalls im Programm. Der La. Thunder
MC kann nach nunmehr 20 Jahren auf eine schöne und traditionsreiche Geschichte
zurück schauen. Der MC möchte sich bei allen Freunden, die ihn durch seine
abwechslungsreiche Geschichte begleitet haben, bedanken. Besonders bei denjenigen,
ohne die der Club heute nicht das wäre was er ist. Auch diejenigen, die uns
leider nicht mehr begleiten können, leben in unserer Erinnerung und sind bei
jeden unserer Erlebnisse und Partys im Geiste des Clubs präsent.

La. Thunder MC im Mai 2011
